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La Palma

  
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La Palma


La Palma ist die nordwestlichste der sieben großen Kanarischen Inseln, im Jahr 2007 lag die Einwohnerzahl bei 85.933. Die Insel hat eine Fläche von 708 km², eine Länge von 42 km und eine Breite von 28 km. Hauptstadt von La Palma ist Santa Cruz de La Palma, die Insel gehört zur spanischen Provinz Santa Cruz. Landessprache ist spanisch mit lateinamerikanischem Einfluss, auf der Westseite befindet sich die größte Stadt, Los Llanos de Aridane.
 
Geografie und Geologie
Die Insel liegt etwa 400 km von der südmarokkanischen Küste, etwa 1.500 km vom spanischen Festland und etwa 60 km westlich der kanarischen Hauptinsel Teneriffa. Sie ist die nordwestlichste der Kanarischen Inseln und die einzige, auf der es ganzjährig natürlich fließende Gewässer gibt.

La Palma ist, wie alle Kanarischen Inseln, vulkanischen Ursprungs. Sie gehört mit einem Alter von rd. 2 Mio. Jahren zu den jüngsten des Archipels. In etwa 4.000 m Tiefe erhebt sich die Insel vom Meeresboden und besteht ganz aus unterschiedlichen vulkanischen Gesteinen. La Palma ist einer der steilsten Inseln der Erde mit schroffer Küste und nur wenigen Sandstränden.

Den nördlichen Teil dominiert die Caldera de Taburiente, der riesige Krater entstand durch Einsturz und Erosion eines Vulkandoms. Die Caldera bildet den größten Senkkrater der Welt, ein Ring mit Gipfeln, die 1.700 bis 2.400 m hoch sind, umgibt den Kraterrand. Hier befindet sich auch der Roque de los Muchachos, der mit 2.426 m die höchste Erhebung der Insel darstellt. Südlich an die Caldera schließt sich ein in Nord-Süd-Richtung verlaufender Höhenzug an, der in die Cumbre Nueva und die Cumbre Vieja unterteilt wird.

Im südlichen Teil der Insel ist der Vulkanismus aktiv, der letzte Ausbruch fand 1971 bei Fuencaliente statt. Hierbei entstand der Vulkan Teneguía, der unter wissenschaftlicher Beobachtung steht. Südlich der Insel setzt sich die Cumbre Vieja unter dem Meeresspiegel fort, wo sich aktive unterseeische Vulkane befinden.
 
Klima
Man bezeichnet das Klima auf La Palma als angenehmstes Inselklima weltweit. Dies ist auch nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Insel nur wenige km vom afrikanischen Kontinent entfernt liegt. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt zwischen ca. 20 und 22 °C und fällt selten unter 15 °C.

Auch die durchschnittliche Wassertemperatur von ca. 20 °C wird immer als angenehm empfunden.
 
Natur
Mit einer Waldfläche von 40 % ist La Palma die grünste der sieben Kanarischen Inseln. Von den etwa 1.800 auf La Palma wildwachsenden Pflanzen sind ca. ein Drittel nur hier zu finden. Vom Kiefernwald im Zentrum von La Palma geht es über die Lorbeer- und Heideregion in die trockene Küstenzone, die mit allerlei faszinierenden Gewächsen aufwartet. Hier sind auch unterschiedliche Arten des Wolfsmilchgewächses beheimatet.

Auch der Drachenbaum zählt zu den Besonderheiten der Flora auf La Palma. Wunderschöne Ziergewächse wie die Hibiskusblüte, der Weihnachtsstern, die Bougainvillea und die Strelizie begegnen dem Besucher überall auf der Insel. Weiterhin sind noch unzählige Palmenarten wie u.a. die Dattelpalme, die Fächerpalme und die Königspalme zu nennen.

An Tierarten sind auf La Palma u.a. die Graja (eine Unterart der Alpenkrähe), Geckos, Skolopendern (Hundertfüßer) Quallen und Seeigel sowie verschiedene Schmetterlingsarten zu nennen. Unter den ca. 50 Vogelarten haben sich auch einige endemische Spezies entwickelt, wie die Lorbeertaube und die Silberhalstaube. Weit verbreitet ist auch die Kanareneidechse sowie das Wildkaninchen.
 
Geschichte
Die Ureinwohner der Insel wurden "Benahoare" genannt. Die Geschichte des Mittelalters begann mit der Eroberung von La Palma im Jahr 1402 und dauerte bis 1496. Guillen de Peraza startete im Jahr 1447 mit drei Schiffen von Gomera aus um La Palma endgültig zu erobern. Bei einer Schlacht mit den Eingeborenen wurden die Angreifer zurückgeschlagen und ihr Anführer tödlich verwundet. Am 29.09.1492 landen 900 Mann unter dem Kommando von Alonso Fernández de Lugo auf La Palma, die 9 der 12 Kantone eroberten. Nach einer Schlacht mit den letzten Aufständischen blieb nur noch der Kanton "Acero" übrig, den Spaniern blieb nach erfolglosen Angriffen nur noch ein Verrat. Damit war La Palma die vorletzte Insel in der Geschichte der kanarischen Inseln, die am 03.05.1493 mit der Gründung von Santa Cruz endgültig als erobert galt. Die Eroberer importieren Weizen, Wein und v. a. das Zuckerrohr, welches sich als wichtigste Einnahmequelle der Insel in den ersten Jahrzehnten nach der Kolonisation darstellte. Der florierende Handel förderte den Schiffsverkehr mit Europa und Amerika, der Hafen von Santa Cruz de la Palma wird immer bedeutender und es wurden erste Werften gebaut. Dieser Wohlstand zog jedoch auch Piraten und Freibeuter an, die Piraterie beeinflusste nachhaltig die Geschichte von La Palma. In Santa Cruz sind bald Händler und Bankiers beheimatet und der Hafen wird zum drittgrößten im spanischen Reich. Im Jahr 1558 installierte man den ersten Gerichtshof für die Kolonie Amerika. Das 17. Jahrhundert stellt die wirtschaftliche Blütezeit auf der Insel dar, auch der Schiffsbau nahm weiter zu. Jedoch wurde trotz des Reichtums das Leben auf La Palma unangenehmer, es kam immer wieder zu Überfällen und Plünderungen. Im 18. Jahrhundert wurde die Insel von vielen Problemen heimgesucht, wobei das völlige Wegbrechen des Weinhandels das größte Problem darstellte. Dies verursachte im 18. und 19. Jahrhundert eine massive Auswanderungswelle v. a. nach Venezuela und Kuba.

Die schlechte Wirtschaftslage zu Beginn des 20. Jahrhunderts bringt eine weitere Auswanderungswelle, wiederum hauptsächlich nach Kuba. Auch beginnt sich die Agrarlandschaft zur heutigen zu entwickeln. Im Jahr 1936 kommt Franco an die Macht, die Folgen des 2. Weltkrieges zwingen wieder viele Inseleinwohner zur Auswanderung. 1982 bekommt La Palma ihren Autonomie-Status und der Tourismus wird immer bedeutender. 1971 bricht letztmalig in der neueren Geschichte von La Palma ein Vulkan im Süden der Insel aus und vergrößert sie um einige ha Land.
 
Tourismus
Bereits 1890 gab es auf La Palma mehrere Hotel, die v. a. von Engländern frequentiert wurden. Einige Jahrzehnte später ging es mit dem Tourismus auf der Insel jedoch bergab und er kam in den 60er Jahren beinahe zum Erliegen. In den 70er und Anfang der 80er Jahre profitierte die Insel etwas vom Massen- und Chartertourismus auf Teneriffa und Gran Canaria. Erst Ende der 80er Jahre waren durch die Erweiterung des Flughafens wieder kräftige Zuwachsraten im Tourismusbereich zu verzeichnen. Heute sind 80 % der Inselurlauber Deutsche.
Die Insel setzt seit einigen Jahren auf den so gen. "Ländlichen Tourismus". Hierbei werden alte kanarische Bauernhäuser im Hinterland renoviert und Touristen als Unterkunft angeboten. Traditionell ist La Palma eine Wanderinsel, in den verschiedensten Regionen werden Wanderausflüge angeboten. Seit Ende der 90er Jahre haben sich auch Mountainbiketouren, Reitexkursionen und Tauchkurse etabliert.
 
Verkehr
Das Straßennetz der Insel ist heute gut 1.200 km lang und ist zumeist in einem guten Zustand. Es gibt Linienbusse, mit denen fast alle großen Ortschaften erreichbar sind. Seit der Eroberung von La Palma wird die Bucht der Hauptstadt als Hafen genutzt. Von hier werden verschiedene Fährverbindungen zu den Nachbarinseln und zum spanischen Festland angeboten.

Seit Januar 2008 verkehrt die neue Fähre El Fortuny auf der Route nach Cádiz auf dem spanischen Festland. Der erste Flughafen von La Palma bei Breña Alta nahm im Jahr 1950 den Betrieb auf. 1970 wurde die Landepiste stillgelegt, als der neue Flughafen La Palma fertig gestellt war. Dieser wird mehrmals wöchentlich von verschiedenen europäischen Chartergesellschaften angeflogen. Vom Flughafen bestehen Linienverbindungen zu den Nachbarinseln und zur spanischen Hauptstadt Madrid. Derzeit wird der Flughafen deutlich erweitert, es werden ein Parkhaus und ein moderner Terminal gebaut.
 
Besonderheiten
In der Gipfelregion von La Palma befinden sich zahlreiche internationale Observatorien. Die Ansiedlung von Sternwarten wurde im Jahr 1985 begonnen. Um die Astronomen bei ihrer Arbeit nicht zu stören gibt es auf der Insel ein Gesetz, das Leuchtreklame verbietet und festlegt. Lampen dürfen im Freien bestimmtes Licht nur nach unten abstrahlen.

Im Juli 2007 wurde das weltweit größte Teleskop in 2.400 m Höhe auf dem Roque de los Muchachos eingeweiht.

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