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Sachsen-Anhalt

  
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Sachsen-Anhalt

Basisdaten:

Landeshauptstadt: Magdeburg
Gründungsjahr: 1990
Fläche: 20.446,31 km²
Einwohnerzahl: 2.414.917 (30. November 2007)

Universitäten:

Friedensau: Theologische Hochschule Friedensau
Halle / Saale: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Magdeburg: Otto von Guericke-Universität Magdeburg

Geographie:

Sachsen-Anhalt wird im Norden von Flachland geprägt, in der Altmark befinden sich alte Hansestädte wie Salzwedel, Gardelegen, Stendal und Tangermünde. Den Übergang von der Altmark zur Region Elbe-Börde-Heide bilden die Colbitz-Letzlinger Heide und der Drömling. In der Magdeburger Börde liegen die Städte Haldensleben, Oschersleben (Bode), Wanzleben, Schönebeck (Elbe), Aschersleben sowie Magdeburg. Der Harz mit dem grenzübergreifenden Nationalpark Harz liegt im Südwesten von Sachsen-Anhalt, dort befinden sich weiterhin das Harzvorland, das Mansfelder Land sowie Städte wie Halberstadt, Quedlinburg, Wernigerode, Thale oder Eisleben.

An der Grenze zu Sachsen befindet sich der Ballungsraum Halle, der bis ins sächsische Leipzig reicht. Halle an der Saale ist die größte Stadt Sachsen-Anhalts. An der Saale und der Unstrut im Süden des Landes liegen Zeitz, Naumburg, Weißenfeld und Freyburg. Zu Sachsen-Anhalt gehört schließlich noch die im Osten gelegene Region Anhalt-Wittenberg mit den Städten Dessau-Roßlau, Wittenberg und einem Teil des Flämings.

Klima:

Sachsen-Anhalt liegt im Übergangsbereich vom maritimen zum kontinentalen Klima. Der ozeanisch geprägte Harz erhält große Niederschlagsmengen (Brocken 1 609 mm jährlich). Die in seinem Lee liegenden Landschaften von der Magdeburger Börde bis zur unteren Unstrut sind wesentlich niederschlagsärmer.

Die Höchsttemperaturen liegen in Sachsen-Anhalt im Juli bei durchschnittlich 24 °C, die niedrigsten im Januar bei durchschnittlich - 3 °C.

Geschichte:

In seiner jetzigen Form kann das Bundesland Sachsen-Anhalt auf eine nur kurze Geschichte zurückblicken. Es entstand erst 1947 nach der Auflösung des Landes Preußen, die wichtigsten Vorgänger waren die preußische Provinz Sachsen und der Freistaat Anhalt.

Mitten im heutigen Territorium Sachsen-Anhalt lag das Erzbistum Magdeburg, das im Frieden von Prag 1935 dem Kurfürsten von Sachsen versprochen wurde. Das "weltliche" Herzogtum Magdeburg und das benachbarte Fürstbistum Halberstadt kamen dann jedoch 1680 entsprechend den Festlegungen des Westfälischen Friedens an das Kurhaus Brandenburg. Dadurch wurde dessen Besitztum in der Altmark vorteilhaft abgerundet und bis an die untere Saale ausgedehnt.

Preußen konnte nach den Freiheitskriegen dann mehr als die Hälfte des Königreichs Sachsen in Besitz nehmen. Bei der Neuordnung des nun wesentlich größeren Staates wurden diese Neuerwerbungen und die bereits seit 1802 preußisch gewesenen Gebiete in einer Provinz Sachsen zusammengefasst. Der König von Preußen nannte sich nunmehr sowohl "Herzog von Sachsen" und "zu Magdeburg" wie auch "Landgraf zu Thüringen". Die Provinz Sachsen hatte somit den Rang eines Herzogtums. Die "alt- und neu-preußischen" Gebiete wurden durch die ihrerseits mehrfach zerteilten 3 anhaltischen Herzogtümer getrennt. Als die Bundesbezirke eingerichtet wurden, erfolgte die Benennung zunächst nicht nach den Hauptorten. Stattdessen gab es die Bezirke der Regierungen von Thüringen (Erfurt), von Sachsen (Merseburg) und von Niedersachsen (Magdeburg). Nach der Auflösung der Provinz Sachsen im Juli 1944 wurde aus den Regierungsbezirken Magdeburg und Merseburg die Provinz Magdeburg und die Provinz Halle-Merseburg, der Regierungsbezirk Erfurt wurde dem Reichsstatthalter für Thüringen unterstellt.

Zum Ende des 2. Weltkrieges war dieses Gebiet sowohl von amerikanischen wie auch sowjetischen Truppen besetzt, bereits im Mai 1945 wurde von den Amerikanern der spätere Ministerpräsident Erhard Hübener als Landeshauptmann eingesetzt. Aufgrund der alliierten Vereinbarungen von Jalta kam es jedoch zum Rückzug der US-Truppen Ende Juni 1945. Im Folgemonat wurden die beiden Provinzen, der Freistaat Anhalt um Dessau, die braunschweigische Enklave Calvörde, der östliche Teil des Landkreises Blankenburg (Harz) sowie die thüringische Enklave Allstedt von der Sowjetischen Militäradministration zur neuen Provinz Sachsen vereinigt. Erhard Hübener wurde zum Provinzpräsidenten ernannt. Nach den ersten freien Landtagswahlen am 20.10.1946 wurde der Name der Provinz in Sachsen-Anhalt geändert. Die Wahl brachte eine christdemokratisch-liberale Regierung unter Erhard Hübener hervor, was einmalig in der sowjetischen Besatzungszone war. Nach Inkrafttreten der 1. Landesverfassung am 10.01.1947 galt die Provinz auf sowjetische Anordnung rechtlich als Land. Am 25. Februar kam es zudem zur Auflösung von Preußen, wozu das Gebiet bislang gehört hatte, Landeshauptstadt wurde Halle (Magdeburg konnte diese Funktion wegen starker Kriegsbeschädigungen nicht wahrnehmen). Das Land hatte eine Größe von 24.576 km².

In der Folgezeit kam es mehrmals zu kleineren Streitigkeiten zwischen Hübener und der Militärverwaltung. Einen größeren Konflikt gab es 1948, als mehrere Minister der Landesregierung verhaftet wurden. Aus Protest gegen dieses Vorgehen und gegen die Enteignung von Großbauern reichte Erhard Hübener zunächst seinen Rücktritt als Justizminister ein. Im Januar 1949 trat er auch als Ministerpräsident zurück.

Im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR wurde das Land 1952 de facto aufgelöst und in die beiden Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt. Es kam zu Grenzbereinigungen, im Zuge derer einzelne Städte und Gemeinden von den Nachbarkreisen eingegliedert oder ausgegliedert wurden. Hierdurch verschoben sich die Bezirksgrenzen gegenüber den ehemaligen Landesgrenzen.

1990 erfolgte die Neubildung des Landes Sachsen-Anhalt mit den ehemaligen Bezirksterritorien Halle (ohne den Kreis Artern) und Magdeburg sowie mit dem Kreis Jessen. Landeshauptstadt wurde Magdeburg. Sachsen-Anhalts Partnerland während des Aufbaus der neuen Strukturen war Niedersachsen. Am 14.10.1990 wurde erstmals ein Landtag gewählt. Politische Affären und häufige Wechsel der Landesregierungen prägten die frühen 90er Jahre. Dies bewirkte, dass die zu Beginn regierende CDU die zweiten Landtagswahlen nach der Wiedervereinigung verlor, und es kam zu einer von der PDS tolerierten Landesregierung von SPD und Bündnis 90/die Grünen, dem sog. Magdeburger Modell. Über 2 Legislaturperioden wurde Sachsen-Anhalt von Ministerpräsident Reinhard Höppner regiert, in dieser Zeit kam es zu großen wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Umstrukturierungen. Nach Ausscheiden der Grünen regierte er in einer von der PDS tolerierten SPD-Alleinregierung.

Das Land hatte die höchste Arbeitslosenquote aller Bundesländer, in der 3. Wahlperiode nach der Wiedervereinigung konnte die DVU in den Landtag einziehen. Diese Fraktion zerbrach jedoch bald an internen Auseinandersetzungen, 2002 wurde sie nicht mehr in den Landtag gewählt. Im Zuge einer großen Kreisgebietsreform im Jahr 1994 wurde die Anzahl der Landkreise von 37 auf 21 reduziert. Die Wahlen im Jahr 2002 brachten einen erneuten Regierungswechsel, seither hat Sachsen-Anhalt eine CDU/FDP-Regierung unter Prof. Dr. Wolfgang Böhmer. Sachsen-Anhalt besteht seit der Kreisreform im Jahr 2007 aus 3 kreisfreien Städten und 11 Landkreisen.

Wirtschaft:

Die Region um Halle (Saale) ist eine wirtschaftliche Schwerpunktregion, wo verschiedene Verkehrsströme zusammenlaufen. In der Gegend befindet sich ein Schwerpunkt von Chemie- und Erdölindustrie. In Leuna kam es in den letzten Jahren zu den größten Auslandsinvestitionen von ganz Ostdeutschland. Magdeburg ist aufgrund seiner günstigen Lage ein weiterer wirtschaftlicher Schwerpunkt.

Die Umstrukturierung der Industrie war sehr schwierig für Sachsen-Anhalt und es kam zu zahlreichen Firmenschließungen und großen Arbeitsplatzverlusten. In den vergangenen Jahren konnte die Arbeitslosenquote gesenkt werden auch wurde eine größere wirtschaftliche Dynamik erreicht, was auf eine offensive Standortpolitik zurückzuführen ist.

Das Bruttoinlandsprodukt konnte im Jahr 2006 um 2,8 % gesteigert werden, die Wertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes stieg um 12,2 % (der zweithöchste Zuwachs in den neuen Bundesländern). Die Arbeitslosenquote von Sachsen-Anhalt ist noch immer eine der höchsten in der BRD, im Juni 2008 lag sie bei 13,8 %. Innerhalb von Sachsen-Anhalt zeigt sich ein großes Gefälle, im Landkreis Börde lag die Quote mit 9,1 % beinahe im Bereich des Bundesdurchschnitts, zum gleichen Zeitpunkt betrug sie im Landkreis Mansfeld-Südharz noch 17,5 %.

2005 wurden in Sachsen-Anhalt Waren und Dienstleistungen im Wert von 50 Milliarden Euro erwirtschaftet, bedeutendste Industriezweige sind die Chemieindustrie, der Maschinenbau und das Ernährungsgewerbe. Sachsen-Anhalt hat sich zu einem leistungsstarken und weltweit konkurrenzfähigen Standort entwickelt. Die Ansiedlung nationaler und internationaler Unternehmen sowie die Modernisierung ansässiger Unternehmen brachten neue Forschungs- und Fertigungskapazitäten für Sachsen-Anhalt. Die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft brachte den einzelnen Branchen ein exzellentes Forschungs- und Entwicklungspotential. Auch der Dienstleistungssektor und zahlreiche neue Industrien sowie der Tourismus haben sich neben den traditionellen Branchen in Sachsen-Anhalt etabliert und bestimmen heute die Wirtschaft.


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