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Baltrum

  
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Baltrum


Baltrum ist eine Insel vor der Küste von Ostfriesland in Niedersachsen, sie hat eine Fläche von 6,50 km², die Einwohnerzahl lag mit Stand vom 31.12.2007 bei 472.
 
Geografie
Mit einer Länge von 5 km und einer Breite von 1,4 km ist Baltrum die kleinste der 7 dauerhaft bewohnten ostfriesischen Hauptinseln.

Im Westen wird Baltrum durch das Seegatt Wichter Ee von Norderney und im Osten durch die Accumer Ee von Langeoog getrennt. Höchste Erhebung ist die große Aussichtsdüne mit ca. 19,6 m Höhe. Der bewohnte Teil im Nordwesten von Baltrum besteht aus den Teilen Westdorf, Ostdorf und altes Ostdorf.
 
Klima
Häufiger Wetterwechsel, hohe Luftfeuchtigkeit und intensive Sonneneinstrahlung garantieren das bekannt gesunde Reizklima der Insel. Die Natur erreicht Baltrum immer etwas später als das Festland, jedoch gehören die Monate April, Mai und Juni zu den sonnenreichsten und niederschlagsärmsten Monaten des Jahres. Im Sommer laden angenehme Wassertemperaturen zum Baden ein. Im Herbst und Winter ist das Klima schon etwas rauer. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen liegen bei 17 °C im August und die niedrigsten bei 2 °C im Januar.
 
Natur
Zu den schönsten Kleinlandschaften von Baltrum gehört das Größe Dünental, das eingebettet zwischen dem weißen Dünengürtel im Norden und den grauen Dünen in der Inselmitte liegt. Teile der Talsohle stehen unter Wasser und werden von Schilf bedeckt. Weitere typische Gewächse sind die Vogelbeere, der Schwarze Holunder, die Grauweide und der Sand- sowie Weißdorn.

Die Wasserflächen sind u. a. Heimat der Kreuzkröte, die wegen ihres kraftvollen Frühlingsgesanges auch als "Baltrumer Nachtigall" bezeichnet wird. Das Gebiet, das wegen seines Artenreichtums schon 1950 unter Naturschutz gestellt wurde, kann auf mehreren Richtungen durchwandert werden. Den besten Überblick hat man von der Aussichtsdüne am Klärwerk aus.
 
Geschichte
Baltrum wurde erstmals urkundlich im Jahr 1398 als "Balteringe" erwähnt, was in der altfriesischen Sprache "Weideland" bedeutet haben soll. Damals übereignete Widzel tom Brok die Insel dem Herzog Albrecht von Bayern und erhielt sie anschließend von diesem als Lehen wieder zurück.

Im 17. Jahrhundert hatte Baltrum die charakteristische langgestreckte Form einer Barriere-Insel. Während der folgenden Jahrhunderte verlor Baltrum am Westende massiv Land. Zwischen 1650 und 1960 ist Baltrum an Westende ca. 5 km nach Osten gewandert, dagegen wurde das Ostende nur etwa 1,5 km nach Osten verlagert. Aus dem Jahr 1650 wird berichtet, dass die damals 14 Inselbewohner durch das Meer gefährdet waren. 1737 gab es ein Inseldorf mit Kirche, das im Jahr 1800 wegen Übersandung durch Wanderdünen aufgegeben wurde.

Etwa 800 m westlich entstand als neues Dorf westlich der heutigen Insel das Westdorf, weiterhin bestand im Osten das Ostdorf. Im Jahr 1825 wurde Baltrum nach einer Sturmflut in mehrere Teile zerrissen und dadurch fast unbewohnbar, weshalb das Westdorf aufgegeben wurde. Ab etwa 1870 wurden Inselschutzwerke geschaffen, auf Baltrum bestehen Deiche zum Schutz gegen Überflutung des bebauten Gebietes.
 
Tourismus
Im Jahr 1876 wurde Baltrum zum Seebad, seit 1966 ist die Insel staatlich anerkanntes Nordseeheilbad. Vor dem 2. Weltkrieg kamen pro Saison 5.000 bis 6.000 Besucher, seit den 70er Jahren sind es bereits über 30.000 Gäste pro Saison. Im Vergleich zu anderen Inseln wurde der Tourismus auf Baltrum erst relativ spät gefördert.

Jedoch brachte der recht späte Eintritt Baltrums ins moderne Tourismuszeitalter der Insel im nachhinein betrachtet mehr Vor- als Nachteile. Vieles von seinem ursprünglichen Charakter hat sich Baltrum bewusst bewahrt, etwa die typische Ruhe und Gemütlichkeit des Baltrumer Insellebens.
 
Verkehr
Nachdem inselweit ein Verkehrsverbot für Kraftfahrzeuge gilt, ist Baltrum mittlerweile eine weitgehend autofreie Insel. Ausnahmen sind die Fahrzeuge der freiwilligen Feuerwehr, ein Krankentransportwagen und bei Bedarf Radlader oder selbstfahrende Arbeitsmaschinen, die für den Küstenschutzes benötigt werden. Auch werden Touristen darum gebeten, keine Fahrräder mit auf die Insel zu bringen. Den Öffentlichen Personennahverkehr übernehmen die ansässigen Kutschfahrer mit ihren Taxikutschen, Geschäfts und Restaurants werden mit Pferd und Wagen beliefert.

Touristen transportieren ihr Gepäck mit einem Handwagen oder einem Bollerwagen oder lassen sich dieses mit der Pferdekutsche transportieren. Baltrum wird gezeitenabhängig von Fährschiffen angesteuert, je nach Jahres- und Reisezeit gibt es bis maximal 4 Abfahrten je Richtung täglich. Die Reederei betreibt eine eigene Busanbindung zum DB-Bahnhof Norden. Der Frachtverkehr wird seit 2006 über den im Juni 1970 eingeweihten Neßmersieler Hafen abgewickelt. Dieser wurde deshalb von April bis August 2008 um einen 35 m langen Frachtkai erweitert.

Über seinen Flugplatz ist Baltrum für einmotorige und bestimmte zweimotorige Maschinen auch auf dem Luftwege erreichbar. Zu Fuß kann Baltrum bei Niedrigwasser vom Hafen Neßmersiel aus per geführter Wanderung durch das Watt zum Hafen Baltrum erreicht werden.
 
Besonderheiten
Auf Baltrum gibt es keine offiziellen Straßennamen, sondern lediglich Hausnummern. Die Nummer wird grundsätzlich dem Zeitpunkt des Hausbaus aufsteigend zugewiesen. Somit erlaubt die Hausnummer einen groben Einblick in die bauliche Historie. Jedoch ist die Hausnummer nicht an das Gebäude, sondern an den Bauplatz gebunden. Daher kann ein Neubau eine sehr niedrige Nummer führen, wenn er als Ersatz für ein älteres, abgebrochenes Haus errichtet worden ist.

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